Grußwort

Das Thema Energieeinsparung steht beim Bauen und Wohnen in Deutschland weiterhin im Fokus. Hier sind es besonders die Wärmeverluste der Altbausubstanz, die vielseitig diskutiert werden. Das Fenster spielt dabei eine entscheidende Rolle und unterliegt nicht zuletzt deshalb vielfältigen Innovationen.

Auch für den denkmalgeschützten Altbaubestand sind die verträglichen Lösungen variantenreich, doch regelmäßig bauphysikalisch anspruchsvoll. Zu oft gerät dabei aus dem Blick, dass das Fenster nur bei einer angemessenen Behandlung der Einbausituation erfolgreich sein kann. So wird vielfach mit der Verwendung von PU-Schaum, Silikon und vergleichbaren Materialien beim Einbau von Fenstern in Fachwerkwänden weiterhin die schleichende Zerstörung der Substanz gefördert. Wind- und Schlagregendichte einerseits und diffusionsoffener Wandaufbau andererseits scheinen in der Praxis zu oft als Gegensatz begriffen zu werden.

Es mag auch sein, dass die Einbausituation der Fenster zu den wenig kommunizierten Themen zwischen Planern und Handwerkern zählt, obwohl gerade hier ein bauphysikalisch sorgfältig durchdachter Wandaufbau wieder gestört werden kann.

Nicht zuletzt kann darauf hingewiesen werden, wie vielfältig sich historische Einbausituationen in den Details darstellen, von bündigen Fenstern bis hin zu aufwendigsten Gestaltungen der Laibungen. Hier auch bei umfangreichen Dämmmaßnahmen historische Situationen ungeschmälert zu überliefern, bleibt eine Herausforderung.

Es ist daher ein besonderer Verdienst, dieses wichtige Thema in den Mittelpunkt einer Fachtagung zu stellen. Allen Teilnehmern wünsche ich informative Vorträge und anregende Diskussionen.

Dr. Klaus Püttmann - Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege