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Altbaufassaden

Altbaufenster: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Schicke Altbauwohnungen in Deutschlands lebendigen Großstädten sind gefragt wie nie. Das besondere Raumklima, hohe mit Stuck verzierte Decken und einzigartiges Fischgrätenparkett lassen die Herzen vieler urban lebender Menschen höher schlagen. Eigentümer stehen bei der Altbausanierung oft vor der Herausforderung geeignete Fenster zu finden. Hier erfahren Sie worauf Sie beim Kauf neuer Altbaufenster achten sollten.

Über die Definition des Begriffs "Altbau" lässt sich streiten. Für Bewohner ländlicher Gebiete kann ein Altbau ein freistehendes, mittelalterliches Haus sein. Der Stadtmensch hingegen sieht in einem "Altbau" eher die angesagten, mehrgeschossigen Stadtvillen aus der Gründerzeit, die in vielen deutschen Großstädten noch immer das Stadtbild prägen.

In die Sanierung dieser Gründerzeitbauten wurde in den vergangenen Jahren viel investiert. Das liegt vor allem an der begrenzten Zahl solcher ehrwürdigen Gebäude und ihrer anhaltenden Beliebtheit auf dem Wohnungsmarkt. Der Wert von Altbau-Immobilien und somit auch deren Mieten steigen seit geraumer Zeit überdurchschnittlich zum Markt. Vielversprechende Mieteinnahmen, steuerliche Vorteile und niedrige Kreditzinsen fördern auch weiterhin den Sanierungswillen der Eigentümer.

Altbaufenster werten historische Fassaden auf

Mit zu den wichtigsten Bauelementen bei einer Altbausanierung zählen die Fenster. Bei Gebäuden des Jugendstils oder der Gründerzeit sind diese ein ganz entscheidendes gestalterisches Element aufwändig verzierter Fassaden. Bauzeitlich nachempfundene Altbaufenster werden in der Regel aus Holz gefertigt und entsprechen eventuellen denkmalpflegerischen Auflagen.

Steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz, bleibt die Auswahl des Fenstermaterials dem Eigentümer überlassen. Der entscheidet meist sehr zweckmäßig, was zur Folge hat, dass in vielen Altbauten Fenster aus Kunststoff verbaut werden. Technisch erfüllt diese Art von Altbaufenster sicherlich die heutigen Standards, optisch wirken sie an einer historischen Fassade jedoch eher befremdlich.  

Unabhängig vom Material ist bei der Wahl der richtigen Altbaufenster auf die Erfüllung heutiger Anforderungen zu achten:

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Wärmeisolierung im Altbau

Zur Zeit der Erbauung urbaner Altbauten war die Industrialisierung in vollem Gange. Das Wort "Klimaschutz" war nicht mal erfunden. Heute ist das Thema aktueller denn je und es steht fest, dass durch zusätzliche CO2-Abgaben die Energiekosten in Deutschland weiter steigen werden.

Umso wichtiger ist es bei der Anschaffung neuer Altbaufenster auf eine gute Wärmeisolierung im Sinne der Energieeinsparverordnung zu achten. Fenster mit Dreifach-Verglasungen erreichen äußerst gute Wärmedämmwerte und sind daher besonders empfehlenswert. Im Zusammenspiel mit Dämmmaßnahmen an Innen- oder Außenwänden und der Optimierung der Heizungsanlage lassen sich schnell bis zu 40 % Energiekosten einsparen.

Altbaufenster mit Lärmschutz steigern Wohnkomfort

Starker Verkehr gilt als Hauptverursacher von Lärm in großen Städten. In unmittelbarer Nähe erzeugt starker Verkehrslärm eine Lautstärke von 70 bis 80 Dezibel. Laut einer Umfrage des Digitalverband Bitkom empfinden mehr als die Hälfte der Bewohner deutscher Großstädte Verkehrslärm als großen bis sehr großen Stressfaktor. Bei Gebäuden an Hauptverkehrsstraßen und einer entsprechenden dauerhaften Lärmbelastung kann dies zur gesundheitlichen Beeinträchtigung der Bewohner führen.

Lärm setzt uns unter Stress. Wer dauerhaft unter Stress steht, hat ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Gehörschäden und Herzkrankheiten. Eine Studie des Umweltbundesamtes  ergab, dass Männer, die in lauter Umgebung mit einem Tagesmittelwert von 65 dB wohnen ein bis zu 30 % höheres Herzinfarktrisiko haben als Männer, die in ruhigeren Gebieten wohnen.

Auch wenn es für Mieter keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutzausstattung für Altbaufenster gibt, ist es eine Frage des Wohnkomforts wieviel Lärm in die Wohnräume dringt. Vermieter sollten deshalb prüfen, welche Schallschutzklasse beim Kauf neuer Altbaufenster sinnvoll ist. Als Hilfestellung soll die nachfolgende Tabelle dienen.

Schallschutzklassen für Altbaufenster

Automatische Belüftung beugt Schimmel vor

Ein spannungsreiches Thema zwischen Mietern und Vermietern ist die Entstehung von Schimmel durch eine mangelnde Belüftung der Wohnung. Eine ärgerliche Angelegenheit, denn Vermieter müssen zunächst beweisen, dass Mängel am Gebäude als Ursache für die Schimmelbildung auszuschließen sind. Erst dann geht die Beweispflicht an den Mieter über.

Im Rahmen einer  Sanierung werden meist Altbaufenster mit besten Dämmwerten verbaut. Das verhindert den Verlust der teuren Heizungsluft. Bei sehr dicken oder zusätzlich gedämmten Außenwänden kann übermäßige Luftfeuchtigkeit den Raum jedoch nicht mehr verlassen. Werden die Räume nicht regelmäßig gelüftet, sucht die feuchte Luft nach alternativen Wegen um zu entweichen. Dabei wird sie zu Kondenswasser und sammelt sich mit Vorliebe in den kalten Ecken der Räume. Dort entwickelt sich, meist unentdeckt, ein kleines Biotop für Schimmelpilze. Zynisch formuliert: Die Feuchtigkeit geht in die Ecke, schmollt und ärgert sich schwarz.
   
Zu feucht wird es in Altbauwohnungen vor allem durch das Trocknen von Wäsche, Kochen, Duschen, Baden oder das Gießen von Zimmerpflanzen. Eigentümern sei deshalb geraten Altbaufenster mit automatischen Belüftungsmöglichkeiten auszustatten. Der Einbau sogenannter Falzlüfter im Fensterrahmen sorgt auch im geschlossenen Zustand für einen ausreichenden Luftaustausch.

Wird bei der Fenstererneuerung mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht, muss der beauftragte Fachhandwerker prüfen, ob eine zusätzliche Belüftung notwendig ist. Ist dies der Fall, hat der Handwerker ein Lüftungskonzept zu erstellen und den Eigentümer zum Thema Lüftung zu beraten. Kommt der Fachmann diesen Pflichten nicht nach, kann er für eventuelle Schäden durch Schimmelbefall, die auf eine unzureichende Belüftung zurückzuführen sind, haftbar gemacht werden. 

Einbruchschutz im Altbau: Polizei empfiehlt mechanische Sicherung

In bundesdeutschen Großstädten wird nach wie vor häufig in Wohnungen eingebrochen und das bevorzugt tagsüber, wenn die meisten Stadtbewohner ihrer Arbeit nachgehen. Die Anonymität einer urbanen Nachbarschaft macht es Einbrechern leicht.

Besonders beliebt beim Einbruch in Mehrfamilienhäusern sind Dachgeschosswohnungen und die Wohnräume im Erdgeschoss. Über Balkontüren oder schlecht einsehbare Fenster verschaffen sich die Täter in wenigen Sekunden Zutritt zur Parterrewohnung.

Besonders effektiven Schutz gegen Einbruchversuche bieten mechanische Sicherungssysteme für Altbaufenster, die nach DIN 1627 zertifiziert wurden. Durchwurfhemmende Verglasung, umlaufende Beschläge, einsatzgehärtete Pilzkopfverriegelungen und abschließbare Fenstergriffe erschweren ein unbefugtes Öffnen erheblich. Das kostet den Täter Zeit, die er nicht hat und so bleibt es oft beim Einbruchversuch.

Vereinzelt bieten Hersteller auch denkmalgerechte Holzfenster mit zertifiziertem Einbruchschutz an. So lässt sich Sicherheit und der Erhalt von Kulturgeschichte vereinbaren.

Fassade eines denkmalgeschützten Jugendstil-Gebäudes

Welche Holzart eignet sich für Altbaufenster?

Fenster sollen lange halten. Vor allem Nadel- oder generell Weichholzfenster mit geringen Rohdichten und schlechten Resistenzklassen haben den Ruf einer eingeschränkten Haltbarkeit. Ein modernes Holzfenster ist mit einem, das vor 30 Jahren gefertigt wurde allerdings nicht mehr zu vergleichen. Höherwertige, deutlich haltbarere Holzarten und moderne Beschichtungsmethoden tragen erheblich zu einer längeren Haltbarkeit der Altbaufenster bei.

Ein Beispiel ist Eukalyptus Globulus, eine nahezu ideale Holzart für langlebige Altbaufenster. Das Holz stammt aus nachhaltigem Anbau im spanischen Galicien und überzeugt mit seiner besonders hohen Rohdichte von 900 kg/m³ (Vgl. Weißeiche 600-750 kg/m³). Selbst starker Hagelschlag kann dem robusten Eukalyptus-Holz kaum etwas anhaben.

Noch widerstandsfähiger werden Altbaufenster durch eine sorgfältige Oberflächenbeschichtung. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Versiegelung der besonders empfindlichen Stirnflächen der noch nicht zu Rahmen und Flügel verleimten Hölzer. So wird verhindert, dass Feuchtigkeit über die offenen Poren und Kanäle des Kapillarsystem in das Holz eindringt. Nach dem Verleimen werden Flügel- und Blendrahmen in einem Dreifach-Beschichtungsverfahren imprägniert, grundiert und lackiert. Diese sogenannte Vierfachbeschichtung schützt optimal vor Verwitterung und ist die Grundlage für die lange Haltbarkeit der Altbaufenster.

Altbaufenster aus Holz einfach pflegen

Holzfenster zu pflegen ist dank moderner Pflegemittel deutlich einfacher geworden. Viele Hausbesitzer denken bei Fenstern aus Holz zunächst an das lästige Abschleifen und Neulackieren. Noch immer ist das einer der Hauptgründe gegen die Anschaffung von Holzfenstern.

Dabei hat sich einiges getan. Manche Hersteller geben bis zu 10 Jahre Garantie auf die Oberflächen, wenn diese regelmäßig gepflegt werden.

Und das geht ganz einfach: Im ersten Schritt werden die Fenster gereinigt. Danach wird mit einem fusselfreien Tuch eine Pflegemilch auf die Holzoberfläche aufgetragen. Noch einmal drüber wischen und fertig ist der Pflegevorgang. Je nach Fenster ist das ein Zeitaufwand, der sich lohnt, wenn Altbaufenster aus Holz möglichst lange im ursprünglichen Zustand erhalten bleiben sollen.

Fachbetrieb für Altbaufenster finden

Die besten Fenster erfüllen erst ihren Zweck, wenn sie fachgerecht eingebaut wurden. Gerade der Lärm- und Einbruchschutz eines Altbaufensters aber auch die Wärmeisolierung sind bei unsachgemäßer Montage nicht mehr gewährleistet. Wenden Sie sich deshalb unbedingt an einen Fachbetrieb für Altbausanierung und achten Sie besonders auf die Referenzen des Unternehmens.

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