Hagelgewitter, Hagelschäden bei Holzfenstern erkennen und reparieren

Hagelschäden bei Holzfenstern erkennen und reparieren

Holz ist ein Naturprodukt. Wohnlich, warm und vielseitig verwendbar. Seit vielen Jahrhunderten dient der Werkstoff auch beim Bau von Fenstern und weist bei guter Pflege eine besonders lange Lebensdauer auf. Doch trotz hochmoderner und aufwendiger Oberflächenversiegelung ist der natürliche Rohstoff nicht gegen alle Formen der mechanischen Beanspruchung immun.

Hierunter fallen insbesondere extreme Wetterereignisse wie Hagel- oder Graupelschauer, die in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Kleiner Exkurs in die Meteorologie: Ab einem Durchmesser von 0,5 cm handelt es sich bei Eisschauern um Hagel. Eisregen unterhalb dieser Größenordnung werden als Graupel bezeichnet.

Wenn die harten Eisklumpen mit hoher Geschwindigkeit vom Himmel auf die Oberfläche eines Holzfensters prallen, hinterlassen sie schlimmstenfalls Spuren. Meist sind das kaum erkennbare Schäden. Das kann dazu führen, dass es Monate dauert bis der eigentliche Schaden sichtbar wird. Der Hagelschauer ist bis dahin vergessen und so werden in der Regel als Erstes die Hersteller der Fenster verdächtigt, eine mindere Qualität geliefert zu haben. Um einen Hagelschaden am Holzfenster genau zu identifizieren, ist es wichtig zu wissen, wie er entsteht und welche Merkmale er aufweist.

Wie erkenne ich einen Hagelschaden am Holzfenster?

Das Hagelkorn hinterlässt einen fast kreisrunden Abdruck, der oftmals erst nach mehreren Wochen durch Verfärben der Oberfläche sichtbar wird. Meist befinden sich mehrere solcher Einschlagsstellen auf den Holzoberflächen. Diese „Punktemuster“ sind für Hagelschäden typisch.

Hagelschäden an einem Holzfenster, Punktemuster

Was passiert wenn das Hagelkorn auf die Holzoberfläche trifft?

Beim Aufschlag eines Hagelkorns kann die Lackoberfläche am Fenster und damit auch die Holzfaser brechen. Es entsteht eine Art Stirnholzfläche. Durch diese mit dem Auge kaum sichtbare, offene Stelle kann durch die kapillare Sogwirkung Wasser eindringen. Ein Merkmal für eindringende Feuchtigkeit ist die Verfärbung der Stelle in graue bis tiefschwarze Farbtöne.

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Wer nicht umgehend handelt muss mit weiterführenden Schäden am Fensterholz rechnen. Die bereits eingedrungene Feuchtigkeit sucht sich ihren Weg immer tiefer in das Holz. Wie tief ist abhängig von der Länge der Holzfaser. Nadelhölzer sind eher langfaserig und somit anfälliger für ein tiefes Durchdringen der Feuchtigkeit. Laubhölzer hingegen sind eher kurzfaserig und damit etwas widerstandsfähiger.

Decklack löst sich nach Hagelschaden vom Holzfenster ab
Die Lackoberfläche und Holzfasern brechen

Ist das Wasser aber erstmal in den Fasern, unterwandert es den Decklack, welcher sich im Laufe der Zeit von der Holzoberfläche ablöst und damit noch mehr empfindliche Stellen der Witterung aussetzt. Nach und nach zerstört sich die Struktur des Holzes. Wichtige Bauteile, wie Lignin oder Cellulose werden durch eindringende Bakterien und Pilze zerstört. Das Ergebnis: Holzfäule!

Holzfäule durch Hagelschaden am Holzfenster
Holzfäule an der Holzoberfläche

Wie kann ein Hagelschaden am Holzfenster beseitigt werden?

Früherkennung ist hier das Stichwort. Je früher der Schaden erkannt wird, umso geringer ist der Aufwand für die Beseitigung. Im Anfangsstadium reicht oftmals ein leichtes Anschleifen der Oberfläche mit darauf folgendem Überlackieren.

Ist die Oberfläche jedoch stark verfärbt, dann ist das ein Zeichen für eine tiefergehende Beschädigung. Unter diesen Umständen muss das beschädigte Holz komplett abgetragen werden, bis wieder gesundes Holz zum Vorschein kommt. Im Anschluss muss die Oberfläche komplett neu aufgebaut und versiegelt werden. Für Hobby-Handwerker eine große Aufgabe, die in professionellen Händen sicher besser aufgehoben ist. Fachbetriebe wie Bautischlereien oder Restaurierungsbetriebe können solche Schäden fachgerecht beheben.

Wer kann für einen Hagelschaden am Holzfenster verantwortlich gemacht werden?

Schäden durch Hagel sind Elementarschäden, für die weder der Eigentümer noch der Hersteller der Fenster verantwortlich gemacht werden kann. Elementarschäden werden durch das Wirken der Natur hervorgerufen. Es handelt sich also um höhere Gewalt. Sturmschäden, Hagelschäden oder Gewitterschäden an Häusern sind in der Regel über die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung abgesichert. Das gilt auch dann, wenn bei einem Unwetter neben den Fensterflügeln auch Rahmen oder Fensterscheiben beschädigt werden.

Es empfiehlt sich deshalb nach jedem Unwetter mit starkem Schlagregen in Verbindung mit Hagel alle Fenster- und Türenelemente auf Veränderungen der Oberfläche zu kontrollieren. Notieren Sie sich das Datum und die Uhrzeit des Unwetters und kontaktieren Sie im Schadensfall den Ansprechpartner Ihrer Gebäude- oder Hausratversicherung.

Alle Bildrechte: Harald Urban, Dresden

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