Fenster im Baudenkmal

Was ist eigentlich ein Baudenkmal?

Eine Burgruine? Ein verfallenes Schloss? Eine windschiefe Villa? Sicherlich sind das die häufigsten Assoziationen. Ein altes Gemäuer, das dem Zerfall preisgegeben ist und von einer vergangenen Zeit zeugt. Steine und Ziegel machen für viele Menschen ein Baudenkmal aus.

Spannend ist es dann zu sehen, was Fachwerkmuseen retten, wenn sie ein vom Abriss bedrohtes Haus für die Nachwelt erhalten. So lagern beispielsweise im Hessenpark in Neu-Anspach große Holzstapel unter freiem Himmel. Dabei handelt es sich um so genannte "schlafende Häuser", die darauf warten, in dem Freilichtmuseum neu aufgebaut zu werden. Alle abmontierbaren Verzierungen, die Balken und alle Fenster und Türen werden für die Nachwelt erhalten. Steine landen dagegen auf der Deponie. Wird ein Fachwerkhaus schließlich rekonstruiert, sind die alten Balken je nach Zustand teilweise noch verwendbar. Fenster und Türen müssen in der Regel neu angefertigt werden. Die eingelagerten Bauelemente dienen dann als Vorlage für die historisierenden Nachbauten.

Eine Ruine mit zerstörten Fenstern sieht häufig ganz besonders trostlos aus. Eingeworfene oder blinde Fensterscheiben sind das erste Indiz dafür, dass ein Gebäude verlassen ist. Aber es gibt zum Glück auch den umgekehrten Fall: Ein ganz wichtiger Bauabschnitt ist geschafft, wenn bei einer Sanierung die neuen Fenster montiert sind. Dann ist der Rohbau abgeschlossen - bei Neubauten ein traditioneller Anlass zum Feiern. Architekten sprechen gerne von den Augen eines Gebäudes, wenn sie von Fenstern sprechen. Erst wenn die wieder montiert sind, erhält ein Gebäude sein Gesicht zurück. Vielleicht ist es das Glänzen der Scheiben, das dafür sorgt, dass Gebäude frisch herausgeputzt wieder zum Leben erwachen.

Der Klosterhof Uetersen beim Hamburg lugt freundlich durch den altehrwürdigen Baumbestand. Ein perfektes Beispiel für ein sorgfältig saniertes Baudenkmal.