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Was ist ein Baudenkmal

Was ist ein Baudenkmal?

Wofür steht der Begriff Baudenkmal?

Die Semperoper in Dresden, die Frauenkirche in München, die Speicherstadt in Hamburg und das Wohnhaus in der Salierallee 8 in Aachen-Burtscheid haben eine Gemeinsamkeit. Sie stehen unter Denkmalschutz und werden aus diesem Grund auch als "Baudenkmal" bezeichnet. Wie Sie herausfinden, ob Ihr Haus ein Baudenkmal ist und was das für Sie bedeuten kann, lesen Sie hier.

Ein Baudenkmal ist ein unter behördlichem Schutz stehendes Gebäude, das eine abgeschlossene architektonische Epoche repräsentiert und dessen Erhalt von höchstem öffentliche Interesse ist. Ein Baudenkmal kann als Einzelgebäude oder als Teil eines Ensembles unter Denkmalschutz stehen.

Die gesetzliche Grundlage für den Schutzstatus "Baudenkmal" bilden die Denkmalschutzgesetze der Bundesländer. Sie regeln die hierarchische Struktur der Denkmalschutzbehörden und deren Aufgaben und Pflichten. Die Rechte und Verpflichtungen der Denkmaleigentümer sind ebenfalls in den Gesetzestexten formuliert.

Nicht jedes alte Haus ist automatisch ein Baudenkmal

In vielen Köpfen ist das typische Baudenkmal ein besonders altes Haus, das vor mehr als einhundert Jahren entstand. Nicht jedes alte Gebäude hat jedoch automatisch den Schutzstatus Denkmal. Geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Aspekte sind von höherer Bedeutung als das Alter. Auch neuere Gebäude stehen bereits unter Denkmalschutz. Mit das jüngste Baudenkmal in Deutschland ist das USM Gebäude in Bühl. Es stammt vom Architekt Fritz Haller und wurde erst 1992 fertiggestellt.

In den Landesgesetzen zum Denkmalschutz ist der Begriff „Baudenkmal“ zum Teil unterschiedlich definiert. Im Bayerischen Denkmalschutzgesetz fallen Gartenanlagen unter die Bezeichnung Baudenkmal. In Berlin und Brandenburg gibt es für Garten- und Baudenkmäler eine eigene Kategorie. Das Land Hessen führt den Begriff „Baudenkmal“ im hessischen Denkmalschutzgesetz (HDSchG) nicht auf. Ein Baudenkmal wird in Hessen als „Kulturdenkmal“ definiert.

Steht mein Haus unter Denkmalschutz?

Sie wollen wissen, ob Ihr Haus ein Baudenkmal ist?

Ob Ihr Haus unter Denkmalschutz steht finden Sie heraus, indem Sie die Denkmalliste Ihrer zuständigen Denkmalbehörde einsehen. Ein umfassendes, aber nicht rechtsverbindliches Verzeichnis von Baudenkmälern habe die Autoren der Online-Enzyklopädie Wikipedia zusammengestellt.  

Auch wenn Ihr Gebäude nicht im Denkmalverzeichnis gelistet ist, kann es unter Denkmalschutz stehen. In manchen Bundesländern ist der Schutzstatus mit „nachrichtlicher“ Eintragung in das Denkmalverzeichnis rechtswirksam. In dem Fall steht ein Objekt automatisch unter Denkmalschutz, wenn es die gesetzlich definierten Kriterien erfüllt.

Was ist ein Ensembleschutz?

Steht ein Gebäude unter Ensembleschutz, dann ist es Teil einer Gesamtanlage, die als ganzes unter Denkmalschutz steht. Historische Ortskerne oder ganze Stadtviertel können so als schützenswert eingestuft werden. Nur das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, das Teil eines Ensembles ist, ist in solchen Fällen denkmalgeschützt. Das hat zur Folge, dass Dach und Fassade nur mit denkmalbehördlicher Genehmigung verändert oder instand gesetzt werden dürfen.

Das Innere eines Gebäudes unter Ensembleschutz kann hingegen ohne Auflagen verändert werden. Eine Abstimmung mit der Denkmalbehörde ist nicht notwendig, was im Gegenzug allerdings auch bedeutet, dass für die Sanierung der Innenräume weder Fördergelder noch Steuererleichterungen in Anspruch genommen werden können.

Rechtsverbindliche Auskunft über den Denkmalstatus eines Objekts erhalten Sie bei den zuständigen Denkmalschutzbehörden.

Denkmal von Martin Luther vor der Frauenkirche in Dresden
Denkmal von Martin Luther vor der Frauenkirche in Dresden

Woher stammt der Begriff "Denkmal"?

Die Verwendung des Wortes „Denkmal“ geht bis in die Neuzeit zurück. Martin Luther (1483 – 1546) verwendete den Begriff erstmals in seinen Schriftstücken. Jedoch hatte die Bezeichnung für ihn die Bedeutung „Gedankenstütze“. Er formte den Begriff „Denkmal“ aus dem lateinischen „momentum“, das für „erinnern“ oder „gemahnen“ steht und dem griechischen „mnemosynon“, zu deutsch „Gedächtnis“.
Mit der Verbreitung Luthers übersetzter Bibel begannen die Menschen alles was von allgemeinem Interesse war als „Denkmal“ zu bezeichnen. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts findet der Begriff für bedeutenswerte Objekte der Bau- und Kunstgeschichte in Deutschland Verwendung.

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