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Baudenkmal mit denkmalgerechten Schallschutzfenstern

Im Denkmal leben ohne Lärm

Denkmalgerechte Schallschutzfenster erhöhen Wohnqualität im Zentrum von Eichstätt

Stark befahren ist die Straße vor dem Geburtshaus von Dominik Müller nicht. Dennoch war es der Verkehrslärm, verursacht durch das in Eichstätt weit verbreitete Kopfsteinpflaster, der ihn zunächst davon abhielt hier wieder sesshaft zu werden. Zudem hatte er großen Respekt vor der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Zu hoch war ihm und seiner Frau das Risiko einer Kostenexplosion. Erst die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Architekten Marius Stadler bestärkte das Ehepaar Müller das Herzensprojekt in die Tat umzusetzen.

Ziemlich genau 300 Jahre alt ist das Geburtshaus von Dominik Müller im bayerischen Eichstätt. Über dem Eingang steht das Baujahr 1718 geschrieben. Wer das heutige Baudenkmal bauen ließ und es in den ersten zwei Jahrhunderten bewohnte ist nicht überliefert. Müllers Großvater Valentin kaufte das Haus erst im Jahr 1937 und eröffnete im Erdgeschoss seine Arztpraxis.

v.l.n.r. Josef Wittmann, Marius Stadler, und Dr. Dominik Müller
v.l.n.r.: Schreinermeister Josef Wittmann, Architekt Marius Stadler, Bauherr Dominik Müller

Laufender Praxisbetrieb war große Herausforderung

Noch heute beherbergt das Haus in der Luitpoldstraße die Praxis eines Allgemeinmediziners, was sich als große Herausforderung für die Sanierung des Hauses herausstellte. Schließlich musste der Betrieb möglichst uneingeschränkt weiterlaufen. „Dass die Praxis während der Sanierung nicht schließen musste, war uns besonders wichtig. Ich bin selbst praktizierender Arzt und weiß wie wichtig es ist für seine Patienten da zu sein“ berichtet Müller.

Über eine Empfehlung kam der Kontakt zu Architekt Marius Stadler zustande. Seine eindrucksvollen Referenzen in der Denkmalsanierung und seine besondere Beziehung zur Stadt Eichstätt überzeugten das Ehepaar Müller. Stadler, der in Eichstätt aufwuchs und sein Studium an der Technischen Universität in München absolvierte, ist als selbstständiger Architekt in der Stadt und im Umkreis tätig. Er kennt die Besonderheiten der regionalen Baudenkmäler und ist gut vernetzt. Über beschränkte Ausschreibungen gewann er einige sehr denkmalerfahrene Handwerker und legte so den Grundstein für die Umsetzung des zeit- und ablaufkritischen Sanierungsprojekts.

Enger Zeitplan für Denkmalsanierung

Das Haus war vor der Sanierung in keinem guten Zustand. Neuzeitliche Bekleidungen und Tapeten verdeckten an vielen Stellen die Schönheit des Denkmals an Wand, Boden und Decke. Mehrere Wasserschäden mussten behoben werden, die Modernisierung der Heizungsanlage und der Elektroverteilung stand an. Hinzu kam, dass auch Bäder sowie die kompletten Rohrleitungen erneuert werden mussten.

Zudem galt es alle Maßnahmen zu dokumentieren, zu koordinieren und mit den Denkmalbehörden abzustimmen. „Den Bauherren war dabei besonders wichtig, dass der Kostenplan unter allen Umständen eingehalten wird und dass sie im Laufe des Sommers das Haus beziehen können“ ergänzt Stadler. Die Zweifel der Bauherren, dass dies überhaupt möglich wäre, räumte Stadler aus. „Natürlich war mir das Risiko unvorhergesehener Ereignisse bewusst. Da wir aber über die Ausschreibungen ein sehr erfahrenes Team an Handwerkern gewinnen konnten und die Bauherren auch Eigenleistung einbringen wollten, war ich zuversichtlich, dass wir es in der kurzen Zeit von fünf Monaten schaffen können“ beschreibt Stadler seine Gedanken vor Baubeginn.

Liebevoll saniertes Treppenhaus mit Fischgrätenparkett in denkmalgeschütztem Wohnhaus in Eichstätt
Das liebevoll sanierte Treppenhaus

Gute Zusammenarbeit mit Denkmalbehörden

Ehrgeizig übernahm Stadler zudem die Bauleitung des Projekts. Fast jeden Tag war er auf der Baustelle zugegen. Auch die Kommunikation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde in Eichstätt übernahm er. Mit viel Erfahrung und Sachverstand gelang es ihm so die Vorstellungen der Hausherren in Einklang mit den Auflagen der Denkmalpflege zu bringen. Natürlich stets mit Rücksicht auf den Erhalt der historischen Bausubstanz und die Bewahrung des ursprünglichen Charakters des Baudenkmals.

Bestes Beispiel für die gute Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege stellen die Fenster zur Straßenseite dar. Der durch das Kopfsteinpflaster verstärkte Verkehrslärm war dem Ehepaar Müller ein besonderer Dorn im Auge. „Wir wollten unbedingt Schallschutzfenster, denn schließlich möchte man in seinen eigenen vier Wänden auch mal zur Ruhe kommen.“ berichtet Dominik Müller. „Die vorhandenen Fenster wiesen massive Schäden auf und boten keinen ausreichenden Schallschutz. Kulturhistorische Bedeutung hatten sie nach Einschätzung der Denkmalbehörden auch nicht, deshalb wurde dem Austausch zugestimmt“ ergänzt Stadler.

Großzügige Küche mit Essbereich in denkmalgeschütztem Gebäude
Lichtdurchflutete Küche mit angeschlossenem Esszimmer

Filigrane Fenster für Baudenkmal

Architekt, Bauherren und Denkmalpflege waren sich einig, dass die neuen Fenster möglichst vergleichbar mit bauzeitlichen Original-Fenstern sein sollten. Die Suche nach Holzfenstern mit einem regional typischen breiten Fensterstock, möglichst filigranen Profilgeometrien und entsprechend hohem Glasanteil begann. Fündig wurde Architekt Stadler im Zentrum von Eichstätt. Die Fenster eines Wohnhauses in der Pedettistraße unweit der Abtei St. Walburg gefielen den Bauherren besonders gut.

Marius Stadler begann zu recherchieren und erfuhr, dass der Fenster- und Türenhersteller PaX diese einst fertigte. Im Laufe der Recherche fand er heraus, dass die Fenster im Werk der PaX Classic GmbH im Bad Lausick gefertigt wurden und dass das Unternehmen auf denkmalgerechte Fenster und Haustüren spezialisiert ist. Stadler nahm Kontakt zu Thomas Korek, seines Zeichens Fachberater für denkmalgerechte Fenster bei PaX Classic, auf.

Filigrane Holzfenster mit Schallschutz in denkmalgeschütztem Wohnhaus
Denkmalgerechte Fenster mit filigraner Optik und Schallschutz

Denkmalgerechte Fenster aus Eukalyptus Holz

In enger Zusammenarbeit untereinander und mit der Denkmalbehörde fiel die Wahl auf besonders schmale Fenster. Die lokal ansässige Schreinerwerkstatt Josef Wittmann erledigte die fachgerechte Montage. Als Holzart empfahl sich Eukalyptus globulus, das aufgrund seiner hohen Rohdichte eine besondere Robustheit mit sich bringt. Optimaler Oberflächenschutz ist durch eine 4-fach Beschichtung gewährleistet. Das macht die Fenster besonders resistent gegen Witterungseinflüsse.

Die äußerst schmalen Profile sind für die Bewohner als auch den Betrachter der Fassade eine besondere Wohltat. Im Gegensatz zu manchen Standardfenstern wirken sie nicht klobig und fügen sich denkmalgerecht in das Gebäude ein. Den wenigen verbliebenen historischen Fenstern im Zentrum Eichstätts kommen sie optisch überzeugend nah. Die Räume hinter der Fassade werden dank des hohen Glasanteils mit natürlichem Sonnenlicht regelrecht durchflutet.

Historische Optik mit modernem Schallschutz

Dank einer speziellen Schallschutzverglasung dämmen die neuen Fenster bis zu 44 Dezibel des störenden Straßenlärms. Zum Vergleich: Das menschliche Gehör empfindet eine Minderung des Geräuschpegels um 10 dB wie eine Halbierung des Lärms. Entsprechend zufrieden klingt auch der Hausherr: „Wir genießen die Ruhe und den Zugewinn an Licht in unserer Wohnung“ resümiert Dominik Müller.

Am Ende reichten fünf Monate Sanierungszeit aus. Die Bauherren bezogen ihr neues Domizil Ende August. Architekt und Bauleiter Marius Stadler sind sie besonders dankbar, denn er sorgte nicht nur für die Einhaltung des Zeitplans, sondern stellte auch sicher, dass die Kosten im Rahmen blieben. Auch den fortlaufenden Betrieb der Arztpraxis konnte Stadler ermöglichen. Das Ehepaar Müller ist froh sich für die Sanierung entschieden zu haben. „Das ist schon eine ganz besondere Wohnatmosphäre in diesem geschichtsträchtigen Haus“ berichtet Müller, der auch die Lage des Hauses zu schätzen weiß. „Im Stadtzentrum zu wohnen hat für uns viele Vorteile. Wir erreichen die Geschäfte zu Fuß und müssen uns keine Gedanken machen, wer nach Hause fährt, wenn wir abends mal essen gehen.“

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