Traditionelle Griffolive an Holzfenster mit Stangengetriebe

Die Entwicklung von der Griffolive zum modernen Fenstergriff

Wie aus dem T ein L wurde

Zu Zeiten als Fenster noch von Hand gefertigt wurden und vor allem in repräsentativen Gebäuden die  Höchstleistungen regionaler Handwerkskunst widerspiegelten, war sie an fast jedem Fenster zu sehen: die traditionelle Griffolive in T-Form. Heutzutage ist sie außerhalb von historischen Gebäuden nur selten anzutreffen.

Doch woran mag das liegen?

Zu hohe Materialkosten?

Liegt es vielleicht am Material? Zwar wäre die traditionelle Herstellung aus Gusseisen noch immer möglich, in der Großserie aber im Vergleich zu anderen Materialien wohl eher unwirtschaftlich. Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass moderne Griffoliven eher aus Aluminium, Edelstahl oder sogar Kunststoff hergestellt werden. Doch trotz der großen Materialbandbreite und erschwinglichen Preisen ist die T-förmige Griffolive an modernen Fenstern nur selten zu sehen.

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Veränderte Beschlagstechnik als Ursache

Ist es vielleicht die Öffnungs- und Schließtechnik, die der Griffolive so zugesetzt hat? Hat sich am Öffnungsmechanismus von Fenstern in den letzten 100 Jahren etwas verändert? Ja, durchaus. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es bei Fenstern nur zwei Zustände: entweder sie waren geöffnet oder geschlossen. Erst in den  1970er Jahren setzte sich eine völlig neue Fensterstellung am hiesigen Markt durch. Fenster ließen sich fortan auch mit einer Einhand-Dreh-Kipp-Funktion ausstatten. Diese bahnbrechende Entwicklung basierend auf einer völlig neu entwickelten Beschlagstechnik brachte allerdings auch neue Herausforderungen in Sachen Bedienbarkeit mit sich.

Wie steht es um die Bedienbarkeit

Historische Getriebe mit den klassischen Kreuzgriffen haben in aller Regel eine gegenläufige Drehrichtung des Griffs als es die heutigen Dreh-Kipp-Beschläge haben. In den meisten Fällen öffnet sich ein zweiflügeliges Fenster mit traditioneller Griffolive, wenn diese um 45 Grad im Uhrzeigersinn gedreht wird. Moderne Fenstergriffe hingegen lassen sich bei gleicher Öffnungsrichtung des Fensters meist nur per 45 Grad Drehung gegen den Uhrzeigersinn öffnen. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie würden ein modernes Fenster mit Griffolive linksdrehend öffnen. Sie werden feststellen, dass dies eine sehr unnatürliche und unbequeme Bewegung ist. Stellen Sie sich jetzt vor, Sie würden das Fenster mit t-förmiger Griffolive auch noch Kippen wollen. Spätestens dann haben Sie sich den Arm ausgekugelt.

Die Kipp-Stellung ist übrigens der zweite Grund, weshalb es L-förmige Fenstergriffe gibt. Die dafür benötigte Rasterung der Griffstellungen ist bei traditionellen Griffoliven üblicherweise nicht vorgesehen. In der heutigen Welt gibt es ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt und so bieten diverse Online-Shops auch klassische Kreuz- oder T-Form-Dreh-Griffoliven mit Rasterung an.

Die Physik ist mit Schuld

Zu guter Letzt spielt auch die Physik eine Rolle. Moderne Griffe haben dank der L-Form einen längeren Hebel und können deshalb mehr Masse bewegen. Im Zusammenspiel mit einer hochwertigen Beschlagstechnik erleichtert das die Bedienbarkeit des Fensters.

Fazit: Vor allem die leichtere und ergonomischere Bedienbarkeit von Fenstern mit Dreh-Kipp-Funktion war der Grund weshalb aus dem T-Griff ein L-Griff wurde.  

 

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