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Sind historische Fenster und Türen restaurierungsfähig?

Um über den Erhalt von historischen Fenstern im Rahmen von Sanierungsarbeiten an historischen Gebäuden zu entscheiden, wird in der Regel ein Sachverständiger bestellt. Roland Zeidler ist gelernter  Glasermeister und ehemaliger Sachverständiger für Fenster, Türen und Verglasungen. Er beschreibt hier die Vorgehensweise bei der Befundung und häufig begangene Fehler bei der Ausschreibung und Umsetzung von Fenster- und Türen-Restaurierungen.

Die Beantwortung der Frage, ob historische Fenster und Türen restaurierungsfähig sind oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Die Kernfrage ob die Restaurierung oder eine Erneuerung sinnvoller ist steht oft im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit. In aller Regel läuft diese Entscheidung auf einen kompletten Austausch – also eine Erneuerung der Bauteile – hinaus.

Die Praxis zeigt aber fast immer, dass diese Vorgehensweise zum Scheitern verurteilt ist.

Sicher ist der finanzielle Aufwand ein wichtiges Entscheidungskriterium. Er bestimmt sehr oft über die wirtschaftliche Vertretbarkeit von Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen!

Aber ebenso wichtige Entscheidungskriterien sind:

  • die bewusste ursprüngliche Substanzerhaltung,
  • die Bewahrung bewährter Materialien und handwerklicher Technologien,
  • die Beibehaltung des bauphysikalischen Gleichgewichtes im Gebäude.

Der erste Schritt vor der Entscheidungsfindung muss ein gemeinsames, intensives Gespräch zwischen Bauherr und Denkmalbehörde sein. In ihm werden die gestellten Nutzungsanforderungen an das Gebäude, aber auch an die Bauteile des Gebäudes genau erörtert.

Substanzuntersuchung entscheidet über Erhalt der historischen Fenster

Im Anschluss daran erfolgt eine je nach Bedeutung des Objektes mehr oder weniger detaillierte und tiefgreifende Substanzuntersuchung. In sehr vielen Fällen geschah sie durch den Autor im Rahmen eines Sachverständigengutachtens.

Dieses wird in der Regel von der zuständigen Denkmalbehörde beauflagt. Die Kosten dafür werden – bis auf einige Ausnahmen – vom Bauherren getragen.

Ob letztlich restauriert oder doch gänzlich erneuert wird, hängt dann vom Ergebnis des Gutachtens ab. Darüber kommen Denkmalbehörde und Bauherr im Vorgespräch überein.

Für den Weg, dass eine Substanzuntersuchung im Rahmen eines Gutachtens durchgeführt werden soll, sprechen die Erfahrungen der Denkmalbehörden der letzten Jahre.

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Denn nicht selten wurden vom Bauherrn bei der zuständigen Denkmalbehörde drei Angebote von Firmen vorgelegt, die allesamt zu dem Schluss gelangten, dass eine Erhaltung der Substanz technisch nicht möglich sei. Vielfach wurde aber im Nachhinein festgestellt, dass nahezu ausschließlich rein kommerzielle Interessen oder fehlende fachliche Kompetenz die Entscheidung dieser Unternehmen bestimmten.

Daher wird nun die Entscheidung der Denkmalbehörde über Erhaltung oder Erneuerung zumeist von der Vorlage eines Sachverständigengutachtens abhängig gemacht. Damit dabei die Neutralität absolut gewahrt bleibt, sollten nur öffentlich bestellte und keine freien oder sonstigen Sachverständige des jeweiligen Fachgebietes – z.B. Fenster, Türen und Verglasungen – beauftragt werden.

Vorgehensweise bei der Untersuchung

Zur gutachterlichen Bewertung wird jedes Bauteil einzeln detailgenau erfasst und ausführlich beschrieben.

Eine Möglichkeit der Erfassung stellen Checklisten dar. Einen Vordruck können Sie sich hier herunterladen: 

Erfassungsbogen-Substanzuntersuchung-Zeidler.pdf

Mit einer ganzen Reihe von Messgeräten werden daraufhin unter anderem die Holzsubstanz, insbesondere Holzfestigkeit, die Festigkeit und Ausbildung der Rahmeneckverbindungen der Anstrichaufbau, Beschläge, Verglasung, Verarbeitung, Montage in den Baukörper usw. untersucht. Durch den Einsatz von hochwertiger Lasertechnik können zusätzlich auch die derzeit erzielten Dämmwerte ermittelt werden.

Alle gewonnenen Erkenntnisse werden im Nachgang ausgewertet. Zum großen Teil erfolgt dies computerunterstützt – insbesondere in Sachen Holzfestigkeit und Bauphysik.

Einen Aufschluss über die Historie und die Eingruppierung, ob es sich um

  • ein denkmalwertes Bauteil,
  • ein Bauteil als erhaltenswerter Bestand

oder um

  • einen wichtigen Bestandteil eines Denkmals handelt und das Objekt damit kulturhistorisch wertvoll ist,

geben die konstruktive Ausbildung, die angewandten Handwerkstechniken und das verwendete Material.

Hier stützen sich die Aussagen des Autors auf die langjährige Erfahrung, berufliche Ausbildung und familiäre Prägung.

Als Teil der vierten von fünf Generationen in einem über 130 Jahre alten Familienunternehmen im Glaser- und Fensterbauhandwerk, dem ich entstamme, hat man sich mit seinen Vorfahren bereits »am Frühstückstisch« über fachspezifische Dinge und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten unterhalten und ausgetauscht.

Mit diesem über Generationen hinweg überlieferten Fachwissen, aber auch mit der mir sehr umfangreich zur Verfügung stehenden Fachliteratur ist es heute nahezu sicher möglich, historische Fenster, Türen und Verglasungen gutachterlich zu bewerten.

Westfassade Landesschule Pforta Teilansicht

Wie sieht das Gutachten eines Sachverständigen aus?

Beispielhaft soll nun in Kurzform ein Auszug aus einem von mir angefertigten Sachverständigengutachten dargestellt werden.

Es muss an dieser Stelle ausdrücklich betont werden, dass generell der Umfang des Gutachtens objektabhängig ist und von der besonderen Vereinbarung mit dem Bauherren bzw. der Denkmalbehörde abhängt.

Diese legen auch fest, welche Untersuchungsschwerpunkte bestehen.

Das hier beispielhaft und im Ausschnitt dargestellte Gutachten wurde im Auftrag für ein Staatshochbauamt in Sachsen-Anhalt angefertigt. Eine ausdrückliche Genehmigung zur Veröffentlichung von Teilen des mit 126 Seiten sehr umfangreichen Gutachtens in diesem Beitrag liegt dem Autor schriftlich vor.

Dieses Staatshochbauamt wurde vom zuständigen Landesfachamt für Denkmalpflege dazu beauflagt, ein solches Gutachten anfertigen zu lassen, um selbst eine sichere Entscheidung treffen zu können, ob in dem Gebäude die vorhandenen Fenster restauriert oder durch völlig neue Fenster ersetzt werden müssen.

Aufgabe war es, im Rahmen eines Sachverständigengutachtens die vorhandene Fenstersubstanz komplett zu erfassen – und zwar exakt Fenster für Fenster – und anschließend eine Bewertung vorzunehmen, ob es möglich ist, diese Fenster zu restaurieren, bzw. ob es erforderlich ist, dass sie durch völlig neue Fenster ersetzt werden müssen.

Gutachten berücksichtigt auch Bedienkomfort und Erhaltungsaufwand

Neben dieser Untersuchung galt es weiterhin zu ermitteln, ob bei einer möglichen Restaurierung auch die üblichen Nutzungs- und Gebrauchseigenschaften, die an Fenster für Wohnzwecke gestellt werden, sichergestellt sind.

Weiterhin war zu ermitteln, welche Kosten bei einer Umsetzung der erforderlichen Gebäudesanierung hinsichtlich Fenster in etwa anfallen werden.

Westfassade Landesschule Pforta

Auszug aus einem Gutachten im Auftrag für das Staatshochbauamt Sachsen-Anhalt zum Bauvorhaben Landesschule Pforta:

3.2      Erdgeschoss

 3.2.1   Fenster Nr. 1.1 bis Fenster Nr. 1.6

 Bei diesen Fenstern des oben beschriebenen Objektes handelt es sich – bezogen auf die Fertigung – jeweils immer um nahezu den gleichen Fenstertyp. Auch von ihrer Teilung und den äußeren Abmaßen her sind diese insgesamt 6 Stück Fenster nahezu gleich. Es handelt sich dabei um Einfachfenster mit jeweils einem inneren Vorlegefenster. Diese Konstruktion entspricht in etwa der eines Kastenfensters, jedoch ohne den typischen umlaufenden Zargenrahmen aus Holz. Bei dieser Konstruktion sind die Fensterflächen außen und raumseitig an das Sandsteingewände angeschlossen. Dennoch kann man durchaus von einem Kastenfenster sprechen.

Anmerkung des Sachverständigen:

Bei meinen künftigen Ausführungen möchte ich, um Verwirrungen auszuschließen, bei dem Begriff »Kastenfenster« bleiben. Das geschieht insbesondere auch aus dem Aspekt heraus, da diese veränderte Ausführung keinen nennenswerten Einfluss auf die wesentlichen Funktionseigenschaften wie Wärmeschutz und Schallschutz hat.

Jede Fensterebene besitzt 4 Stück Flügel.

Die äußere Fensterebene wurde aus Eichenholz und die raumseitige Fensterebene aus Nadelholz vermutlich Kiefer oder Fichte – gefertigt. Die äußere Fensterebene befindet sich innerhalb eines Sandsteingewändes. Das Sandsteingewände besitzt zusätzlich eine senkrecht verlaufende, bezogen auf die Fensterbreite etwa mittig liegende äußere Sandsteinsäule.

Fenster Außenansicht
Fenster Außenansicht

Eingepasst sind die Fenster in einen sogenannten Innenanschlag.

Beide Fensterebenen sind etwa 110 mm voneinander getrennt.

Das äußere Abmaß dieser Fenster beträgt etwa 165,0 cm in der Breite und ca. 230,0 cm in der Höhe. Die Rahmenhölzer der Blend- und Flügelrahmen sind 36 bzw. 33 mm stark.

Die Flügelschenkelbreite beträgt 49 bzw. 51 mm.

Alle Fenster dieses Fenstertyps besitzen einen höherliegenden Kämpfer.

Die Kämpferbreite beträgt 110 mm (von Glaskante zu Glaskante).

Abstand der Fensterebenen
Darstellung Kämpferbreite
Profilierung des äußeren Kämpfers

Alle Fensterflügel sind jeweils einfach verglast. Unterhalb und oberhalb des jeweiligen Kämpfers befinden sich jeweils zwei nebeneinander liegende Flügel.

In der äußeren Fensterebene sind die Unter- und Oberflügel auf der Schlossseite mit einem sogenannten Setzholz voneinander getrennt. Die Setzholzbreite ist so bemessen, dass die äußere Sandsteinsäule vollständig überdeckt wird.

Die raumseitige Fensterebene der Fenster Nr. 1.1, 1.2 und 1.6 besitzt ebenfalls ein sogenanntes Setzholz mit etwa analoger Profilbreite.

Die Konstruktion der inneren Fensterebene an den Fenstern Nr. 1.3 und 1.4 ist jedoch anders, in Stulpkonstruktion ausgebildet (Die frühere Bezeichnung lautet: aufgehendes Mittelstück).

Ob auch das Fenster Nr. 1.5 in Stulpkonstruktion ausgebildet wurde, konnte zum Ortstermin nicht festgestellt werden. Eine Zugänglichkeit zu diesem Fenster war nicht gewährleistet!

Alle Fensterflügel, die in Stulpkonstruktion ausgebildet sind, besitzen eine sogenannte Schlagleiste. Die Profilierung dieser Schlagleisten ist der Profilierung der Lichtfasenprofile der Flügel angepasst. Diese besitzen eine Hohlkehle.

Profilierung mit Hohlkehle

Alle Fensterflügel sind als Drehflügel ausgebildet und nach innen öffnend. Die Fensterprofile sind überfälzt. In den Unterflügeln befinden sich jeweils drei querverlaufende und eine senkrecht verlaufende Holzsprosse mit Ausnahme am Fenster Nr. 1.6. Hier ist jeweils nur eine querverlaufende Holzsprosse – bezogen auf die Flügelhöhe etwa mittig – je Fensterflügel vorhanden. Die übrigen Sprossen wurden offensichtlich im Rahmen der Nutzungszeit aus den Flügelrahmen herausgeschnitten.

In den Oberflügeln dieses Fensters befinden sich jeweils eine quer- und eine senkrecht verlaufende Holzsprosse.

Stelle mit herausgeschnittener Sprosse

Auf der Unterseite der äußeren Flügelrahmen befindet sich jeweils ein Wetterschenkel. Diese sind mit einer Glasaufnahmenut versehen.

Alle übrigen Flügelrahmenteile besitzen umlaufend einen Kittfalz von etwa 8 × 10 mm Größe, zur Aufnahme der Verglasung. Es handelt sich hierbei um rechteckige Verglasungen.

Ein Großteil der Fenster Nr. 1.1 bis 1.6 ist offensichtlich noch mit Originalglas in 2–3 mm Stärke verglast. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes »Zylinderglas« (in der Fachwelt auch als »Antikglas« bezeichnet).

Das Zylinderglas ist transparent und nahezu farbstichfrei. Das Herstellungsverfahren soll erstmals etwa 1662 praktiziert worden sein. Bis zur Einführung des gezogenen Bauglases (ab etwa 1914) war dies neben »gegossenem« und »geschleudertem Glas« die einzige Herstellungsmethode.

Der überwiegende Teil der Glasflächen wurde jedoch – offensichtlich innerhalb der Nutzungszeit – ausgetauscht. Hier konnte anhand der Glasart festgestellt werden, dass nicht mehr die Originalverglasung vorhanden ist. Vermutlich erfolgte dieser Austausch im Rahmen der Kriegsschädenbeseitigung.

Bei den ausgetauschten Verglasungen handelt es sich hauptsächlich um »gezogenes Bauglas«. Deren Herstellung wurde 1905 erfunden, aber erst 1914 industriell angewandt.

Die Abdichtung der Verglasung zwischen Flügelrahmen und Glas erfolgte ausnahmslos mit »Leinoelkitt«.

Alle Holzverbindungen sind in Schlitz und Zapfen ausgebildet. Die Rahmenecken sind mit einem Holznagel gesichert.

Die äußere Fensterebene besitzt Doppelfälze. An der Bandseite sind sogenannte Quetschfälze ausgebildet, die für eine höhere Luft- und Schlagregendichtheit sorgen.

Die inneren Fensterebenen besitzen Einfachfälze und ebenfalls an der Bandseite Quetschfälze.

Außer den Quetschfälzen sind alle übrigen Fälze als Rechteckfälze ausgebildet.

Darstellung Quetfalzkonstruktion

Die Oberflächenbeschichtung der Fenster ist deckend, jedoch von der Beschaffenheit als desolat zu bezeichnen. Ein gesonderter Farbschichtenbefund wurde zunächst nicht angefertigt.

Es wurden an einzelnen Fenstern Schichtdicken bis zu 210 µm gemessen. Allerdings war auch an einigen Fenstern festzustellen, dass die Oberflächenbeschichtung durch Gebrauch und Witterungseinflüsse stark abgenutzt war.

Am Fenster Nummer 1.6 konnte zusätzlich festgestellt werden, dass der letztmalig aufgebrachte Anstrich mit dem Untergrund nicht verträglich ist. Hier ist es bereits zu großflächigen Ablösungen gekommen.

Anstrich der sich großflächig vom Untergrund ablöst

Der überwiegende Teil der Fensterflügel ist mit sogenannten Eckwinkelbändern zum Rahmen hin »gehangen«. An den Innenfenstern, die in Stulpkonstruktion ausgebildet sind, wurden allerdings sogenannte Fitschbänder angebracht. Je Fensterflügel sind jeweils zwei Bänder vorhanden.

Die Fensterflügel der äußeren Fensterebene werden mit sogenannten Ruderverschlüssen verschlossen.

Die Fensterflügel in der inneren Fensterebene werden mittels Keildreher verschlossen, ausgenommen die Fenster, die in Stulpkonstruktion ausgebildet sind. Hier erfolgt der Verschluss dieser Flügel zum Blendrahmen hin mittels einem Baskülschloss mit Schubstangen, welches über eine Fensterolive betätigt wird.

Eckwinkelband
Fitschband
Ruderverschluss
doppelter Keildreherverschluss

Einzelne Beschlagsteile sind nicht mehr komplett vorhanden bzw. wurden im Rahmen der Nutzungs- und Gebrauchszeit der Fenster von ihrer ursprünglichen Form und Art verändert.

Alle Fenster sind mit Bankeisen zum Baukörper mechanisch befestigt. Die äußere Fensterfläche ist etwa 30 cm von der Fassadenfläche zurückversetzt.

Bankeisen

Raumseitig befindet sich an den Fenstern ein Holzfensterbrett, ebenfalls gefertigt aus Eichenholz. Außenseitig ist keine besondere Fensterbank vorhanden. Die raumseitigen Anschlussfugen zwischen Fensterrahmen und Baukörper sind mit Mörtelputz verputzt und teilweise mit einer profilierten Holzdeckleiste überdeckt. Außenseitig erfolgte ein Fugenverstrich, ebenfalls mit Mörtelputz.

Zum größten Teil sind die äußeren Anschlussfugen geöffnet. Der Fugenverstrich ist im Rahmen der Nutzungszeit teilweise großflächig herausgefallen.

An den Fenstern Nr. 1.3 und 1.4 sind raumseitig Fensterläden aus Holz angebracht. Diese Zusatzeinrichtungen sind direkt an die Fensterrahmen gekoppelt.

Hier sind diese Zusatzeinrichtungen zu erkennen.

Zum Ortstermin konnte festgestellt werden, dass sich diese Fenster in einem relativ guten Erhaltungszustand befinden. Größere Schäden in der Fenstersubstanz konnten nicht festgestellt werden.

Im Anschluss erfolgt die Auswertung aller abgenommenen Mess- und Untersuchungsergebnisse. Dabei wird hauptsächlich nach folgenden Bewertungskriterien vorgegangen.

Bewertungskriterien für oder gegen den Erhalt der Fenster

Fachlich betrachtet, ist es generell möglich, alle Fenster und Außentüren zu restaurieren.

Es gibt kaum Bauteile, die nicht restaurierungsfähig sind.

Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf die Fenster und Außentüren im jeweiligen Objekt, sondern gilt allgemein.

Um jedoch eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, ist die fachlich-technische Möglichkeit zur Restaurierung der Fenster oder Türen nur ein Entscheidungskriterium.

Ein weiteres Entscheidungskriterium ist die wirtschaftliche Vertretbarkeit des erforderlichen Aufwandes dafür.

Das dritte Entscheidungskriterium bildet die Antwort auf die Frage, welche Nutzungs- und Gebrauchseigenschaften an diese Fenster und Türen künftig gestellt werden. Gegebenenfalls können dies ganz besondere und objektbezogene Eigenschaften sein. Es kann sich dabei um Sicherheitsanforderungen oder Schallschutz usw. handeln.

All diese Fragen müssen in die gesamtheitliche Betrachtung zu einem Pro und Kontra einer Restaurierung mit einfließen.

Bei allen vom Sachverständigen als restaurierungsfähig eingestuften Bauteilen ist davon auszugehen, dass nach einer fachgerechten Restaurierung diese Bauteile, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt als allgemein üblich geltenden Nutzungs- und Gebrauchseigenschaften erfüllen.

Insbesondere ist hinsichtlich Wärmeschutz und Raumklima bzw. Heizlast nicht mit nennenswerten Einschränkungen im Vergleich zu neu hergestellten Fenstern und Türen entsprechend geltender DIN Norm zu rechnen. (Rechenwert nach BAZ bei gleicher Bauart)

Beurteilung und Einstufung

Um nunmehr die Entscheidung fällen zu können, ob eine Sanierung der einzelnen Fenster und Türen wirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht, habe ich zu den ermittelten Kosten für eine Nachbildung der vorhandenen Bauteile einen Restaurierungsaufschlag von 20 Prozent hinzugerechnet. Es handelt sich dabei entsprechend dem Kenntnisstand des Sachverständigen, um einen üblichen und von behördlicher Seite anerkannten Wert, der entsprechend des geltenden Denkmalschutzgesetzes als angemessen gilt, um eine Restaurierung von historischer Substanz durchzusetzen. Als Eigentümer eines denkmalgeschützten Objektes sollte man im Rahmen der besonderen Verantwortung und Verpflichtung gegenüber dem Baudenkmal bereit sein, diesen Mehraufwand zu tragen oder ggf. Teile davon bezuschussen zu lassen.

Liegt der Restaurierungsaufwand unter dem Aufwand für die baugleiche Neuanfertigung zuzüglich Restaurierungsaufschlag von 20 Prozent, erfolgt die Einstufung als > restaurierungsfähig – grüner Punkt in der Zeichnung.

Liegt der Restaurierungsaufwand etwa gleich zum Aufwand für die baugleiche Neuanfertigung zuzüglich Restaurierungsaufschlag von 20 Prozent, erfolgt die Einstufung als > bedingt restaurierungsfähig – gelber Punkt in der Zeichnung.

Liegt der Restaurierungsaufwand über dem Aufwand für die baugleiche Neuanfertigung zuzüglich Restaurierungsaufschlag von 20 Prozent, erfolgt die Einstufung als > nicht restaurierungsfähig – roter Punkt in der Zeichnung.

Daraus ergibt sich nun an dem vorgenannten Beispiel folgendes Gesamtbild.

Zeichnung Restaurierungsfähigkeit

Im Nachgang werden dann noch einzelne Kriterien im Gutachten aufgeführt, die aus rein fachlicher Sicht des Sachverständigen für oder gegen eine Restaurierung sprechen. Diese Gesichtspunkte dienen dann zur besonderen Bewertung und Einstufung durch die Denkmalbehörden oder auch durch den Bauherren. Hier fließen dann die festgestellten Handwerkstechniken, besonderen Profilausbildungen usw. ein.

Bestimmung des ursprünglichen Farbtons und Anstrichsystems

In den meisten Fällen schließt sich an die gutachterliche Bewertung der vorhandenen Substanz nahtlos eine entsprechende Farbbefundung an.

Im Rahmen einer Freilegungstreppe wird dann stichprobenartig an auserwählten Bauteilen raum- und außenseitig sowie gegebenenfalls an den Beschlagsteilen ein Farbbefund erstellt und anschließend schriftlich dokumentiert.

Mit Hilfe des Farbbefundes lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der ursprüngliche Farbton, aber auch das verwendete Anstrichsystems herausfinden. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass der Anstrich nicht im Rahmen der Nutzungs- und Gebrauchszeit der Fenster bzw. Türen komplett entfernt wurde. Ob dies der Fall ist, lässt sich allerdings im Rahmen der Untersuchung ebenfalls relativ sicher herausfinden.  Insbesondere kann ermittelt werden, ob es sich bei dem untersten Anstrich um den Anstrich handelt, der bei der Fertigung des Fensters bzw. der Tür aufgebracht wurde, oder ob es sich nicht mehr um den originalen, bauzeitlichen Anstrich handelt. In diesem Fall wäre davon auszugehen, dass der bauzeitliche Anstrich im Rahmen von Wartungs- und Renovierungsarbeiten bis zur Holzsichtigkeit und im Zeitraum der bisherigen Nutzung bereits entfernt wurde.

Wie in der Gerichtsmedizin lässt sich nahezu alles untersuchen und relativ treffsicher gutachterlich nachweisen.

Der finanzielle Aufwand lohnt sich

Sicher bedeutet dies – auch finanziellen – Aufwand, der aber in jedem Fall eine sichere »Geldanlage« darstellt, da mit einem umfassenden Gutachten die vorhandene Substanz genau erfasst und bewertet wird. Für den Fall, dass die vorhandenen Bauteile als nicht mehr restaurierungsfähig eingestuft werden, stellt das Gutachten ein wichtiges Dokument für die Nachwelt dar. Im Falle einer möglichen Restaurierung hingegen bietet ein solches Gutachten eine aufschlussreiche Arbeitsunterlage für die Planung der erforderlichen Umsetzungskonzeption.

Häufige Planungsfehler bei der Ausschreibung von Restaurierungsarbeiten

Die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Planungs- und Ausführungsmängel nahezu uneingeschränkt vermeidbar gewesen wären. Vielfach beginnen die Defizite bereits im Planungsstadium.

Ausgangslage: Der Bauherr ist von einer Erhaltung bzw. von einer Restaurierung nunmehr überzeugt oder überzeugt worden und zu deren Umsetzung beauflagt.

In der Regel macht diese Umsetzungsarbeit ein Bauplanungs- oder Architekturbüro.

Eine ganze Reihe von Bauplanern, aber auch Architekten sind mit der Ausschreibung der erforderlichen Restaurierungsarbeiten völlig überfordert. Einerseits fehlt vielen ein fundiertes fachspezifisches Grundwissen in der Denkmalpflege, andererseits wird heute – leider auch aus Auftragsmangel – in einer Vielzahl dieser Büros, die hauptsächlich zum Beispiel im Neubaugeschäft tätig sind, »die Restaurierung eben mal so am Rande mit eingeschoben.«

Nach zig Seiten Vortext, der vielfach für die auszuführenden Arbeiten gar nicht relevant und zutreffend ist, werden nur auf einer einzigen Seite die tatsächlich auszuführenden Arbeiten beschrieben. Mangels Fachwissen erfolgt dies aber meist nur global, und zwar etwa so:

»Fachgerechte Restaurierung eines Fensters unter Einhaltung aller geltenden Technischen Richtlinien und Normen bzw. entsprechend allgemein anerkanntem Stand der Technik« … usw.

»Vor Angebotsabgabe sind die zu restaurierenden Fenster oder Türen unbedingt vor Ort in Augenschein zu nehmen und auf alle evtl. noch erforderlichen Eventualpositionen ausdrücklich hinzuweisen.«

Schriftlich, versteht sich! – Zu guter letzt der gewichtige Schlusssatz:

»Der angebotene Preis gilt als Festpreis.«

Was oft fehlt in den Ausschreibungstexten

Anhand des folgenden Beispiels soll gezeigt werden, wie vielfach in der Praxis eine Leistungsbeschreibung eines Architekturbüros aussieht. Es soll die Restaurierung von Fenstern in einem öffentlichen Gebäude beschreiben. Dabei handelt es sich um einen Auszug aus dem als völlig unzureichend einzustufenden LV. (Alle Angaben, die den Ort oder das Gebäude selbst betreffen, wurden aus Datenschutzgründen entfernt.)

Auszug aus LV

Der Arbeitsablauf soll in folgenden Schritten realisiert werden:

–                   Ausbau des im inneren Falz angeschlagenen Innenfensters.

–                   Ausbau des zu restaurierenden Außenfensters, Trennung vom Fensterblech und der Fensterbank.

–                   Wiedereinbau des Innenfensters als funktionsfähiger Raumabschluss.

–                   Ausbau des Innenfensters und endgültiger Einbau des Außenfensters.

–                   Der Ersatz des Innenfensters und die Anpassung der Fensterbank sind in einer gesonderten Ausschreibung erfasst.

Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise in Abstimmung mit dem Nutzer, die kleinste Arbeitseinheit ist ein einzelner Raum.

 

Vor der Angebotsabgabe ist eine Ortseinsicht mit

1.   Kontrolle des Musterfensters

2.    Kenntnis der Einbausituation

3.    abschnittweisem Arbeitsablauf

unbedingt erforderlich.

 

Eine Terminabstimmung sollte mit der Bauleitung und der Stadtverwaltung erfolgen.

Leistungspositionen:

1.    Zur Farbabstimmung sind Musterstücke vorzulegen.

       Flügelprofile, neues Holz, außen braun, innen weiß

       Farbabstimmung nach Angabe

            2 Stück ..................          ..................

(...)

 

Restaurierung der Außenfenster wie Beschreibung

6.    Außenfenster, ca. 1,35/2,30 m, ausbauen, inkl. Trennung der Blumenkastenträger, werkstattmäßig überarbeiten, entfernen der Anstriche, tischlermäßig überarbeiten, überarbeiten der Beschläge, vorhandenes Glas wieder einsetzen, verkitten, Ersatzmaßnahmen an Holz, Glas bzw. Beschlägen sind als Zusatzpositionen aufgeführt.

Erneuerung des Anstrichsystems, Wiedereinbau inkl. neuem Blechanschluss, Fensterbankabdeckung, Abdeckung der Fuge durch ein im Außenfarbton lackiertes Alu-Winkelstück ca. 25/40 mm, l = ca. 1,40 m, Ansetzen der Blumenkastenträger

            7 Stück ..................          ..................

 

7.   XXXXzimmerfenster 1,35/2,30 m, Teilung wie Pos. 6, überarbeiten wie Pos. 6, jedoch sind hier die 4 Flügel nur mit Reibern in den Blendrahmenfalz geklemmt. Die Flügel sind ohne Winkelbänder.

       Zusätzliche Leistungen zu Pos. 6:

       Abbauen der Einschlagkloben auf dem Blendrahmen, Abbauen der Einfachreiber auf dem Blendrahmen, alle Flügel werden mit Zierwinkelbändern, siehe Pos. 6, und Stützkloben, s. Pos. 6, neu angeschlagen.

                                                                                5 Stück ..................                    ..................

 

8.   Eventualposition

       Minderpreis bei Ersatz von Bohrbändern z.B. Simonswerk, mit Zierhülse, weiß, statt Winkelbänder, 2 Bänder je Flügel, Minderpreis pro Flügel

 

                                                                                1 Stück          ..................          nur EP

 

10. Zuschlagposition 6. + 7.

       Verbesserung des Natursteinanschlusses durch Einbau eines Kompribandes, verdeckt im Falz

                                                                                75,0 lfm          ..................          ..................

Ersatzmaßnahmen mit Abtrennung schadhafter Holzteile und Ansetzung neuer Holzteile in Holzart und Wuchs an Bestand angepasst.

(...)

 

13. Ersatz von Fensterpfosten, Teilstücke

                                                                                16,0 lfm          ..................          ..................

 

14. Ersatz von Querhölzern, Teilstücke

                                                                                12,0 lfm          ..................          ..................

 

15. Ersatz von Blendrahmenhölzern, Teilstücke

                                                                                20,0 lfm          ..................          ..................

 

16. Ersatz von Flügelprofilstücken

                                                                                30,0 lfm          ..................          ..................

 

17. Ersatz von Wetterschenkeln,

                                                                                70,0 lfm          ..................          ..................

 

 

Eine genaue Beschreibung, welche Arbeiten nun im Detail, mit welchem Material und vor allem wie erbracht werden sollen, fehlt hier – wie auch in den meisten anderen Fällen – gänzlich. Auch die insgesamt Angabe von Profillängen z.B. bei Wetterschenkeln lässt nicht erkennen, wie viel Wetterschenkel nun tatsächlich im einzelnen erneuert werden müssen. Sind dies 10 oder 70 ? Für die Kostenkalkulation ist eine genaue Angabe aber wesentlich und entscheidend.

Verantwortung für Umsetzung wird auf Handwerker abgewälzt

Viele Bauherren sind nur auf die Mängelsuche beim Handwerker fixiert. Meist entgeht ihnen völlig die Qualitätsprüfung des Bauplaners. Sie wissen leider immer noch nicht, dass dieser zu einer erschöpfenden und detailgenauen Beschreibung aller erforderlichen Arbeiten verpflichtet ist.

Die Verantwortung wird also vom Bauplaner ohne jegliche Scham auf die einzelnen Handwerker abgewälzt.

Dabei lauert aber für den Bauherren bereits die nächste Gefahr:

 

Handwerker Nr. 1

hält zum Beispiel ein Ausspachteln von vorhandenen Schadstellen im Rahmenholz einer Haustür und ein anschließendes deckendes Überstreichen mit Farbe für ausreichend.

 

Handwerker Nr. 2

verwendet keine Spachtelmasse und beseitigt Schadstellen durch entsprechende Holzeinsatzstücke und überstreicht alles ebenfalls deckend mit Farbe.

 

Handwerker Nr. 3

arbeitet wie sein Kollege Nr. 2. Zusätzlich entfernt er alle vorhandenen Altanstriche komplett und fachgerecht. Die anschließende Farbbeschichtung baut er völlig neu auf. Er beginnt dabei mit den holzschützenden und holzverfestigenden Maßnahmen.

 

Im Ergebnis heißt dies:

Handwerker Nr. 1 hat klar das kostengünstigste Angebot abgegeben und den geringsten Aufwand betrieben, Handwerker Nr. 3 dagegen – da er den größten Aufwand betreibt – das teuerste.

Die Entscheidung des Bauherren fällt fast immer zwischen Handwerker 1 oder 2, meist aber zugunsten des Handwerkers Nr. 1 – der Billigste bekommt den Auftrag. (Bei Aufträgen der öffentlichen Hand sowieso.)

Vor Beauftragung Handwerker-Leistungen kostenneutral vergleichen

Nach Fertigstellung kommt jedoch das böse Erwachen! Eine fachgerechte Restaurierung, die sich der Bauherr im Geiste vorgestellt hat oder die ihm evtl. vom Bauplaner bildhaft suggeriert wurde, ist fast nie erfolgt. Der Gedanke, vom Handwerker eine mangelhafte Leistung bekommen zu haben, prägt sich wie ein Krebsgeschwür aus und sitzt nunmehr beim Bauherren tief und fest. Je nach Umfang und Erscheinung zeigen sich die zwangsläufigen Mängel bereits bei der Abnahme der Leistung, die dann natürlich verweigert wird. Oder aber sie zeigen sich bald schon während der Nutzung und des Gebrauchs – also innerhalb der Gewährleistungszeit.

Ein anschließender Rechtsstreit ist kaum noch abzuwenden. Der Handwerker beruft sich auf eine unklare Beschreibung der gewünschten Arbeit und gegebenenfalls auf sein unterbreitetes Kostenangebot. Der Bauherr beruft sich auf eine nicht fachgerecht erbrachte Leistung. Gerichte und Sachverständige kommen nun ins Spiel und haben hier ein nahezu unerschöpfliches Betätigungsfeld. Zusätzlich machen es Rechtsschutzversicherungen heute möglich, dass ausnahmsweise der finanzielle Aufwand insbesondere für den Bauherren zunächst überhaupt keine Rolle spielt. Erstaunlicherweise scheinen hier Mittel ohne Ende vorhanden zu sein, wo doch bei der Vergabe des Auftrages um den letzten Cent gerungen wurde. Doch alldem ungeachtet verbleibt selbst nach einer späteren gerichtlichen Einigung der Parteien, die meist mit einem Vergleich endet, die schlechte Restaurierung im Bauwerk. Dieser Pfusch ist vielfach auch von einem Laien sofort erkennbar. Diese ganz »speziellen Referenzen« dienen dann leider häufig dazu, künftig vor allem solche Bauherren mit nunmehr neuen und noch besseren Argumenten zu versorgen, die zusätzlich und absolut gegen eine Restaurierung sprechen! (Die Vorgeschichte, die zu diesem Pfusch geführt hat, wird natürlich beharrlich verschwiegen.)

Es reiht sich also ein neues Argument in die anscheinend immer länger werdende Kette, die bei den Denkmalbehörden vorgetragen wird – etwa dergestalt: »Für mich kommt eine Restaurierung nicht in Frage, weil sie generell nicht dauerhaft und die Nutzungs- und Gebrauchseigenschaften in keiner Weise mit denen von neuen Bauteilen vergleichbar sind.« Würde man nun diese in der Praxis leider sehr häufig anzutreffende Vorgehensweise völlig isoliert betrachten, könnte man in der Tat und ernsthaft über die Abschaffung der Denkmalbehörden nachdenken. Glücklicherweise gibt es aber auch eine ganze Reihe von Bauherren, die in der Denkmalpflege einen Sinn sehen oder denen die Augen für das Besondere geöffnet wurden und nunmehr diesen Fragen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen.

Häufig begangene Fehler bei der Umsetzung von Restaurierungsmaßnahmen

Die folgende exemplarische Aufzählung bildet einen Auszug aus der langen und unerschöpflich scheinenden Kette der sehr häufig gemachten Umsetzungsfehler. Vielfach liegen auch massive Fehler in der Substanzanalyse von selbst ernannten Sachverständigen in der Vorgehens- und Umsetzungsplanung vor. Bei den Beispielen handelt es sich um Streitfälle, die vor Gericht ausgetragen wurden. Der Autor möchte aus Kenntnis der Gerichtsakten versichern, dass diese Arbeiten immer von den günstigsten Anbietern ausgeführt wurden!

Laugenrückstände auf Holzfensterrahmen sorgen für schlechte Haftung von Neuanstrich

Im Rahmen der Restaurierung wurden an diesem Fenster die Altanstriche durch chemische Laugen entfernt. Die Bestandteile der Chemikalien sind tief in die Holzsubstanz eingedrungen. Selbst bei anschließender Neutralisierung der Hölzer erfolgt kein vollständiger chemischer Abbau dieser Laugen im Holz. Als Folge daraus haften die anschließend aufgebrachten Anstriche nur absolut unzureichend. Der Zeitraum zwischen der Restaurierung dieses Fensters und diesem Foto beträgt etwa 3 Monate.

unzureichende Entfernung von Anstrichen durch Heißluft und Spachtel

An diesem Fenster wurden die Anstriche im Rahmen der Restaurierung mechanisch mittels Heißluft und Spachtel entfernt. Dies erfolgte jedoch unzureichend. Zahlreiche lose Altanstriche – wie im Bereich der Lichtfase eines Fensterflügels gut erkennbar – wurden beim Neuanstrich nur überstrichen.

aufgerissene Fuge zwischen Zargenrahmen und Außenfenster nach nicht fachgerechten verschließen

Im Rahmen der Restaurierung wurde an diesem Kastenfenster eine offene Fuge zwischen Zargenrahmen und Außenfenster nicht fachgerecht verschlossen. Infolgedessen ist diese Fuge nach kurzer Zeit wieder aufgerissen, wodurch Undichtheiten zwischen den Fensterflächen entstanden sind.

aufquillender Holzfensterrahmen durch Laugenrückstände

Auch an diesem Fenster wurden die Altanstriche durch chemische Laugen entfernt. Zwangsweise wird dabei der Holzsubstanz Unmengen an Feuchtigkeit in Form von Wasser zugefügt. Dabei kommt es zur Volumenvergrößerung der Holzsubstanz (Holz quillt). Als Folge daraus lösen sich nahezu alle Rahmeneckverbindungen. Eine erforderliche Ecksteifigkeit der Rahmen ist dabei vielfach nicht mehr gegeben. Weiterhin kann trotz aufgebrachtem Schutzanstrich über offene Kapillar- oder Spaltfugen zusätzliche Feuchtigkeit in die Rahmenkonstruktion eindringen und holzzerstörend wirken.

Wie auf den folgenden Fotos zu erkennen, sind diese Eckverbindungen alle geöffnet.

völlig geöffnete Flügelrahmenecke

Hier ist eine völlig geöffnete Flügelrahmenecke zu erkennen.

unzureichend behandelter Wetterschenkel

Im Rahmen der Restaurierung wurde dieser Wetterschenkel unzureichend behandelt und für das Aufbringen des Neuanstriches unzureichend vorbereitet. Etwa 3 Monate nach erfolgter Restaurierung ist dieses Foto entstanden. Deutlich ist zu erkennen, dass der Anstrich mit zahlreichen Rissen behaftet ist. Die Nutzungs- und Gebrauchsdauer des Fensters wird dabei deutlich eingeschränkt.

Vorreiber zur Schließunterstützung auf der Unterseite eines Fensters

Hier ist ein Vorreiber zur Schließunterstützung auf der Unterseite eines Fensters zu erkennen. Er dient dazu, den linken Fensterflügel eines Stulpfensters nach Öffnen des rechten Flügels zum Blendrahmen hin zu arretieren. Im Rahmen der Restaurierung wurde jedoch der Streichdraht, auf dem der Vorreiber gleitet, nicht fachgerecht angebracht. Der Vorreiber ist in seiner Verschlussstellung nicht ausreichend nach links geneigt. In der derzeitigen Ausführung besteht bei einer entsprechenden Leichtgängigkeit die Gefahr, dass der Vorreiberverschluss sich selbständig öffnet.

ergänzter Vorreiber mit nicht bauzeitlichem Material

An diesem Fenster fehlte der Vorreiber. Im Rahmen der Restaurierung wurde dieser ergänzt. Dies erfolgte jedoch aus nicht bauzeitlichem Material. Unverzeihlich ist die Montage dieses Vorreibers, sie erfolgte ohne die Verwendung eines entsprechenden Streichdrahtes. Infolge von Nutzung und Gebrauch wird sich das Flügelrahmenholz im Bereich des Vorreibers massiv abnutzen, insbesondere wird der Anstrich aber auch die Holzsubstanz dadurch geschädigt.

erneuerte äußere Fensterbleche im Rahmen der Restaurierung

Im Rahmen der Restaurierung wurden an diesem Fenster auch die äußeren Fensterbleche erneuert. Im Gegensatz zu den alten Fensterblechen ist die Aufkantung an den neuen zum Rahmen hin deutlich geringer. Bei der Restaurierung wurden die vorhandenen Nagellöcher, welche von der Befestigung der Altbleche stammen, einfach, unverschlossen überstrichen. Über die vorhandenen Öffnungen kann nunmehr Feuchtigkeit ungehindert in die Holzsubstanz eindringen und dort rahmenzerstörend wirken.

unsaubere Spanabnahme nach Versuch die Spaltluft im Konstruktionsfalz zu vergrößern

Nach erfolgter Restaurierung wurde hier offensichtlich festgestellt, dass die Fensterflügel nicht ausreichend bedienfähig sind. Mittels Hobel wurde hier versucht, die Spaltluft im Konstruktionsfalz zu vergrößern. Neben einer unsauberen Spanabnahme wurde ein erneuter Schichtaufbau der Oberflächenbeschichtung nicht mehr erbracht.

unzureichende Spaltluft des Konstruktionsfalzes zwischen Unterkante Fensterflügel und Blendrahmen

Auch an diesem Fensterflügel wurde offensichtlich festgestellt, dass die Spaltluft des Konstruktionsfalzes zwischen Unterkante Fensterflügel und Blendrahmen unzureichend ist. Auch hier wurde mittels Hobel die Spaltluft vergrößert. Nicht nur in Fachkreisen gilt, dass ein Nachhobeln eines Fensterflügels auf der Unterseite, insbesondere im Bereich des Wetterschenkels, als hochgradig falsch gilt! Durch eine Spanabnahme in diesem Bereich wird die Wasserabreißnut im Wetterschenkel deutlich geschwächt. Ablaufendes Niederschlagswasser kann dadurch ungehindert ins Rauminnere eindringen. Die Dichtheit der Fenster wird dadurch maßvoll eingeschränkt.

raue Stellen in der Oberfläche durch nutzen chemischer Spachtelmasse anstatt Holzeinsatzstücken

Im Rahmen der Restaurierung wurden nicht – wie fachgerecht vorgesehen – Schadstellen im Holz durch Holzeinsatzstücke beseitigt. Anstelle dieser Einsatzstücke wurden hier chemische Spachtelmassen verwendet, die gleichzeitig unsauber verarbeitet sind. Neben rauen Stellen in der Oberfläche ist davon auszugehen, dass die eingebrachte Spachtelmasse kurz- oder mittelfristig aus den Rahmenteilen herausbrechen wird.

ausgetauschte Keildreher als Verschlussbeschläge

Im Rahmen der Restaurierung wurden an diesem Fenster die Keildreher als Verschlussbeschläge ausgetauscht. Bei der Neumontage dieser Beschläge wurde jedoch nicht auf eine erforderliche Nutzungs- und Gebrauchstauglichkeit geachtet.

entfernter Puffer am Flügelpaar im Rahmen der Restaurierung

Im Rahmen der Restaurierung wurde an diesem Flügelpaar der sogenannte »Puffer« entfernt. Das Schraubloch, in dem sich offenbar dieser Puffer ursprünglich befunden hat, ist noch deutlich zu erkennen. Aufgrund des Fehlens dieses Puffers schlägt nunmehr die Fenstergriffolive des Außenflügels in die Glasfläche des Innenflügels. Beim Betätigen dieser Fensterflügel besteht daraufhin Glasbruchgefahr.

eingebrachtes Schlauchdichtungsprofil im Konstruktionsfalz

Im Rahmen der Restaurierung wurde an diesem Fenster ein Schlauchdichtungsprofil im Konstruktionsfalz eingebracht. Es ist zu erkennen, dass bei geschlossenen Fensterflügeln die Dichtprofile unzureichend anliegen. Die beabsichtigte Wirkung dieser Dichtprofile bleibt dabei deutlich hinter den Erwartungen zurück.

unzureichend aufgebrachter Anstrichaufbau im Bereich des Schließklobens

Im Rahmen der Restaurierung wurden alle Altanstriche bis zur Holzsichtigkeit komplett entfernt. Anschließend erfolgte ein kompletter neuer Anstrichaufbau. Dieser wurde jedoch unzureichend aufgebracht, da zahlreiche ungeschützte Holzstellen immer noch vorhanden sind. Im Bereich des Schließklobens ist deutlich rohes, ungeschütztes Holz zu erkennen.

komplett ersetztes vermorschtes Rahmenprofil

Im Rahmen der Restaurierung wurde an diesem Fenster ein vermorschtes Rahmenprofil komplett ersetzt. Die Ersatzvornahme erfolgte jedoch nicht fachgerecht. Insbesondere ist in den Konstruktionsfälzen ein rauer Sägeschnitt zu erkennen.

Befestigungsschraube die in den Konstruktionsfalz des Fensterrahmens gelang

Im Rahmen der Restaurierung wurde dieses Fenster einschließlich der Sonnenschutz-Jalousie aus der Bauöffnung herausgenommen. Bei der anschließenden Neumontage gelangte eine Befestigungsschraube in den Konstruktionsfalz des Fensterrahmens. Der Handwerker hat den entstandenen Schaden nicht dadurch beseitigt, dass die entsprechende Befestigungsschraube wieder herausgedreht und die entstandene Öffnung fachgerecht verschlossen wurde. Vielmehr wurde die Schraube selbst mit einem Anstrich versehen und darauf vertraut, dass der Bauherr diesen Schaden nicht bemerkt.

überstrichene Griffolive die hätte ausgetauscht werden müssen

Diese Griffolive wurde bei der Restaurierung nicht ersetzt, sondern nur mit Farbe überstrichen. Zahlreiche scharfe Kanten sind vorhanden. Eine akute Verletzungsgefahr besteht.

neumontierter Keildreher mit unzureichender Nutzungs- und Gebrauchstauglichkeit

Bei den Restaurierungsarbeiten wurde auch hier der Keildreher entfernt. Bei der anschließenden Neumontage wurden jedoch der Nutzungs- und Gebrauchstauglichkeit wenig Beachtung geschenkt. Ein ausreichendes Verschließen dieses Fensterflügels ist bei dieser Ausführung nicht möglich.

Anschluss der Fensterbankaufkantung zum Fensterblendrahmen in keiner fachgerechten Erneuerung

Im Rahmen der Restaurierung wurde diese äußere Fensterbank erneuert. Ein fachgerechter Anschluss der Fensterbankaufkantung zum Fensterblendrahmen hin erfolgte jedoch nicht. Über große, offene Spalten kann ungehindert Feuchtigkeit in den Baukörper eindringen.

nicht fachgerechte Erneuerung der Wetterschenkel-Ausladung

Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten wurde hier die Wetterschenkel-Ausladung erneuert. Dies erfolgte jedoch nicht fachgerecht. Insbesondere fehlt die Wasserabreißnut. Ein Fehlen dieser Nut führt dazu, dass ablaufendes Niederschlagswasser ungehindert über den unteren Konstruktionsfalz ins Rauminnere eindringen kann. Dadurch ist dieses Fenster nicht regendicht!

unzureichend ausgebildete Wetteschenkelausladung

Auch hier wurde die Wetterschenkelausladung erneuert. Die eingebrachte Nut ist jedoch unzureichend ausgebildet. Der beabsichtigte Effekt bleibt dadurch deutlich eingeschränkt. Auch dieses Fenster ist unzureichend regendicht. Gleichzeitig ist zu erkennen, dass offene Spaltfugen in der Eckverbindung vorhanden sind, sie zeugen von nicht fachgerechter Verarbeitung bei der Reparatur.

umgearbeitetes historisches Fenster zum Isolierglasfesnter ohne Abdichtung zwischen Glas und Rahmen

Im Rahmen der Restaurierung wurde dieses historische Fenster zu einem Isolierglasfenster umgearbeitet. Die entsprechenden Isolierverglasungen sind jedoch ohne jegliche Abdichtung zwischen Glas und Rahmen verarbeitet. Dadurch kann Niederschlags-, aber auch Tauwasserfeuchtigkeit direkt über die großflächig offenen Fugen in die Rahmenkonstruktion eindringen und dort holzzerstörend wirken.

Fensterflügel der vollständig auf dem Blendrahmenprofil aufsitzt

Die Restaurierungsarbeiten wurden nicht fachgerecht ausgeführt. Bereits kurz nach Fertigstellung der Arbeiten lassen sich Fensterflügel nur noch mit hohem Kraftaufwand öffnen. Es ist deutlich sichtbar, dass der linke Fensterflügel vollständig auf dem Blendrahmenprofil aufsitzt.

nicht erfolgte Abdichtung des unteren Konstruktionsfalzes

Die Restaurierung dieses Fensters sollte auch gleichzeitig eine Abdichtung der Konstruktionsfälze beinhalten. Es ist zu erkennen, dass eine Abdichtung des unteren Konstruktionsfalzes nicht erfolgt ist. Das weiße Dichtprofil wurde nur seitlich und oben in den Konstruktionsfalz eingearbeitet.

zu groß ausgebildete Aufnahmenut für das Dichtprofil

Die Verarbeitung dieser Dichtprofile erfolgte nicht fachgerecht. Die Aufnahmenut, in der das Dichtprofil eingebracht wurde, wurde zu groß ausgebildet. Dadurch besteht eine unzureichende Verbindung des Dichtprofils zum Rahmen hin.

aufgebrachter Deckanstrich ist unzureichend veträglich mit der Grundbeschichtung

Hier ist deutlich zu erkennen, dass der aufgebrachte Deckanstrich mit der Grundbeschichtung unzureichend verträglich ist. Der Deckanstrich lässt sich großflächig – nahezu mühelos – vom Untergrund abheben. Das Foto wurde etwa 8 Wochen nach Fertigstellung der Restaurierungsarbeit aufgenommen.

nicht ausreichender Anpressdruck des Vorreibers zum Streichdraht

Das eingeschobene Lineal soll hier verdeutlichen, dass der Anpressdruck des Vorreibers zum Streichdraht nicht ausreichend ist. Dadurch ist dieses Fenster nur unzureichend luft- und regendicht.

eine nicht erfolgte spanabhebende Anpassung der Konstruktionsfälze

Im Rahmen der Restaurierung wurde wenig Wert auf Passgenauigkeit der Konstruktionsfälze gelegt. Die Stellung der Beschläge aber auch eine gegebenenfalls spanabhebende Anpassung der Konstruktionsfälze erfolgte nicht. Dadurch ist auch dieses Fenster nur unzureichend luft- und regendicht.

nicht mögliche fachgerechte Lastabtragung durch nicht aufeinander abgestimmte Bänder

Offensichtlich wurden bei der Restaurierung die Fensterflügel vertauscht oder die Bänder entfernt. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Bänder nicht aufeinander abgestimmt sind. In diesem Fall ist eine fachgerechte Lastabtragung nicht möglich. Die Eigenlast des Flügels wird hier nur über das darüberliegende Band abgetragen.

unzureichend luftdichtes Fenster durch fehlenden Vorreiber

Es fehlt der Vorreiber. Dadurch ist dieses Fenster unzureichend luftdicht. Insbesondere mit Feuchte geladene Raumluft kann daraufhin nahezu ungehindert in den Scheibenzwischenraum des Kastenfensters gelangen. Als Folge daraus entsteht – hauptsächlich in der kalten Jahreszeit – massiver Tauwasserbefall am Außenfenster!

nicht erfolgter Korrosionsschutz

Hier ist zu erkennen, dass im Rahmen der Restaurierung ein Korrosionsschutz an den Beschlagsteilen nicht oder nur absolut unzureichend erfolgt ist. Dieser Scheineckwinkel korrodiert bereits kurzzeitig nach Abschluss der Restaurierungsarbeit.

unzureichende Haftung durch unfachmännsichen Ausgleich mit Spachtelmasse

Fehlstellen im Holz wurden unfachmännisch durch Spachtelmasse ausgeglichen. Die Haftung ist dabei unzureichend. Bereits kurzzeitig nach Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten hat sich diese Schadstelle wieder vom Untergrund abgelöst.

Spaltluft eines Fensters in Stulpkonstruktion im Bereich des Wetterschenkels

Hier ist die Spaltluft eines Fensters in Stulpkonstruktion im Bereich des Wetterschenkels zu erkennen. Dabei wird sichtbar, dass diese Spaltluft deutlich zu groß ist. Als Folge daraus dringt nahezu ungehindert Luft- und Niederschlagsfeuchtigkeit über den Stulpbereich ins Rauminnere. Dieses Fenster ist unzureichend luft- und regendicht.

unzureichend verarbeitete Dichtprofile

Die Dichtprofile wurden unzureichend verarbeitet. Über die vorhandenen Öffnungen kann ungehindert Luft- und Niederschlagsfeuchtigkeit in das Rauminnere eindringen. Dadurch ist auch dieses Fenster unzureichend luft- und regendicht.

übergroße Spaltluft im Konstruktionsfalz (Abb.1)
übergroße Spaltluft im Konstruktionsfalz (Abb.2)
übergroße Spaltluft im Konstruktionsfalz (Abb.3)

Im Rahmen der Restaurierung wurden entweder Fensterflügel vertauscht oder die Bearbeitung erfolgte bei zu großer Holzfeuchte. Eindrucksvoll ist die übergroße Spaltluft im Konstruktionsfalz zu erkennen. In der ersten Abbildung wird dies mit einem eingeschobenen Lineal nochmals unterstrichen. Sämtliche Fenster sind absolut unzureichend luftdicht. Als Folge daraus kann ungehindert mit Feuchte geladene Raumluft in den Scheibenzwischenraum des Kastenfensters eindringen. In der kalten Jahreszeit kondensiert dann diese Luft an der kalten Glasfläche des Außenfensters und es entsteht Tau- oder Schwitzwasser.

Holzfeuchte Messung an einem Außenfenster

Hier ist eine Holzfeuchte-Messung an einem Außenfenster zu erkennen. Es wird sichtbar, dass die Holzfeuchte mit 18,7% deutlich erhöht ist. Die Normalfeuchte liegt etwa bei 12–15%.

Insgesamt sollten die Fotos einen exemplarischen Eindruck vermitteln, wie die zum Großteil restaurierungsfähigen historischen Fenster durch unsachgemäße Bearbeitung vielfach und maßvoll geschädigt werden.

Um die Fenster aber auch die Gebäudesubstanz zu erhalten und den gestellten Anforderungen der Gebäudenutzer gerecht zu werden, sollten die erforderlichen Arbeiten nur erfahrenen Fachleuten übertragen werden. Der Erfolg einer Restaurierung hängt entscheidend vom eingesetzten Material, aber auch von der handwerklichen Ausführung ab!

Dass in der Denkmalpflege häufig kulturhistorisch wertvolle Substanz durch Pfusch in der Planung und bei der Umsetzung beschädigt oder gar zerstört wird, können und dürfen wir nicht mehr hinnehmen.

Als Partner steht der Autor jederzeit sehr gern zur Verfügung. Nur wenn wir gemeinsam den steinigen Weg gehen, haben wir eine Chance, ans Ziel zu kommen. In Einzelmärschen sind die Chancen eher gering.

Copyright Bild und Text:

Roland Zeidler

ZEIDLER GLAS + FENSTER GmbH
Hallesche Straße 27
06808 Bitterfeld - Wolfen

info@zeidler-glas.de

https://www.zeidler-gruppe.com/

 

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