Innenhof eines Fachwerkhauses mit neuen Denkmalfenstern

Denkmalschutz-Fenster kaufen: Worauf Sie achten müssen

Ist der Erhalt von historischen Fenstern nicht mehr möglich, müssen neue Denkmalschutzfenster angeschafft werden. Bei der Ausstattung der Fenster haben Denkmalpfleger oft sehr spezielle Anforderungen. Lesen Sie hier, worauf sie im Denkmalschutz bei neuen Fenstern und der Auswahl von Handwerkern achten sollten.

Zersplitterte Glasscheiben, hakelige Verschlüsse und abblätternder Lack reichen oft als Gründe für die Entsorgung von bauzeitlichen Fenstern. Bei der Sanierung von Gebäuden ohne Denkmalschutz ist die Gefahr ein Stück historische Handwerkskunst zu verlieren besonders hoch. Es lohnt sich genauer hinzuschauen. Manche bauzeitliche Fenster sind im Innern noch gut erhalten und nach einer Restaurierung wieder viele Jahre einsatzfähig.

Bauzeitliche Fenster dokumentieren ein Stück Geschichte. Sie sind Zeitzeugen und lassen uns in eine zurückliegende Epoche blicken. Prüfen Sie deshalb genau, ob Ihre Fenster zu restaurieren sind und heutigen Anforderungen gerecht werden können.

 

Fachwerkhaus in Ulm mit denkmalgerechten Fenstern

Denkmalschutzfenster: Die wichtigsten Eigenschaften

Können die historischen Fenster nicht erhalten werden, dann sind neue Denkmalschutzfenster eine verträgliche und seitens der Denkmalpflege akzeptable Lösung. Auf vielseitige Art und Weise lassen sich diese umsetzen und gestalten. Es ist deshalb äußerst ratsam die Gestaltung in enger Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeitern der Denkmalpflege vorzunehmen.

Denkmalpfleger legen besonderen Wert auf die Materialgerechtigkeit. Das Material der Denkmalschutzfenster soll bereits vorhanden Materialien entsprechen. Einem Holzfenster muss demnach ein Holzfenster folgen. Allgemein hin werden Fenster aus Kunststoff für Gebäude die vor Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden in der Regel nicht genehmigt.

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Stimmen Sie sich mit der zuständigen Denkmalbehörde auch über folgende Eigenschaften der neuen Denkmalschutzfenster ab:

  • Teilung der Fenster (Verhältnis Oberlicht zu Fensterflügeln)
  • Ansichtsbreiten von Stulp, Kämpfer und Sprossen
  • Ausführung und Zahl der Fenstersprossen
  • Ausführung der Zierprofile
  • Holzart und Oberflächenbeschichtung

Echte Wetterschenkel sind eine weitere Voraussetzung für neue Denkmalschutzfenster. Dagegen werden Regenschutzschienen in der Regel nicht genehmigt. Es sei denn die ursprünglich verbauten Fenster (ab ca. 1950) waren mit dieser Art der Entwässerung ausgestattet.

Ihr zuständiges Denkmalamt unterstützt Sie bei der Konfiguration der richtigen Denkmalschutzfenster. Nutzen Sie das Beratungsgespräch um eine denkmalgerechte, optisch ansprechende und technisch ausgereifte Lösung zu finden. Bringen Sie alte Fotos sowie historische Grundrisse, Bauzeichnungen und Lagepläne des Gebäudes mit zum Gespräch. Damit helfen Sie dem Sachverständigen sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

Handwerkersuche: Achten Sie auf Denkmal-Referenzen

Bei der Auswahl des richtigen Handwerkers für den Einbau von Denkmalschutzfenstern achten Sie zunächst auf die Denkmal-Referenzen. Auch die Restaurierung historischer Fenster sollte er beherrschen. Der Handwerker sollte in der Lage sein die Besonderheiten von Denkmalschutzfenstern anschaulich erklären zu können. Begriffe wie Bleiverglasung, Kastenfenster, Walzglas und Espagnolette sollten für ihn keine Fremdwörter sein. Fragt der Handwerker nach alten Bildern oder historischen Fenstern, die gegebenenfalls noch auf dem Dachboden lagern, dann spricht dies sehr für ihn. Der richtige Handwerker für Denkmalobjekte ist neugierig. Er will alles über die Geschichte des Hauses wissen. Eine möglichst originalgetreue Sanierung ist sein oberstes Ziel.

Handwerker unterstützt bei Genehmigungsantrag

Manche Handwerker unterstützen Sie bei der Beantragung von Genehmigungen für den Einbau der Denkmalschutzfenster. Fragen Sie Ihren Handwerker nach einer Skizze der Einbausituation samt geplanter Abdichtungen. Auch das exakte Aufmaß und eine maßstabsgetreue Schnittzeichnung der neuen Fenster kann Ihnen der Handwerksbetrieb zur Verfügung stellen. Fügen Sie diese dem Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis bei.

Im Einzelfall verlangen Denkmalämter Beschreibungen der aktuellen Situation und der geplanten Maßnahme sowie Kostenschätzungen und Angebote oder Leistungsverzeichnisse.

Senden Sie den Antrag in Schriftform per Post an die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde. Besuchen Sie auch die Website Ihrer regionalen Denkmalbehörde. Bei vielen Behörden ist die Übermittlung des Antrags mittlerweile in elektronischer Form möglich.

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